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Flip 7

Flip 7: Wann aufhören? Die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Karte, Karte für Karte

Flip 7 dreht sich um eine einzige Frage, die sich bei jeder Karte stellt: noch eine, oder steige ich aus? Die meisten Spieler antworten aus dem Bauch. Der Stapel aber ist genau bekannt, und er erlaubt eine Antwort mit Zahlen.

Kurz gesagt

Bei Flip 7 hängt das Risiko einer doppelten Karte von den Karten ab, die du hältst, nicht von ihrer Anzahl: Jede Zahl gibt es so oft, wie sie wert ist. Mit 12-11-10 auf der Hand ist eine von drei gezogenen Karten eine doppelte; mit 5-4-3-2 eine von neun. Einfache Regel: bei etwa 25 Punkten aussteigen, außer mit sechs kleinen Karten, wo der Bonus für die 7. das Risiko wert ist.

Eine Partie an unserem Tisch: Flip 7.

Der Stapel: 94 Karten, und überall 12er

Das Spiel enthält 79 Zahlenkarten: eine einzige 0, eine einzige 1, zwei 2er, drei 3er … und zwölf 12er. Jeden Wert gibt es so oft, wie er Punkte wert ist. Dazu kommen 9 Aktionskarten (3 Freeze, 3 Flip Three, 3 Second Chance) und 6 Modifikatoren (+2, +4, +6, +8, +10 und ×2), macht 94 Karten.

Die Folge ist kontraintuitiv: Je mehr eine Karte wert ist, desto mehr Zwillinge hat sie im Stapel. Eine 12 zu halten heißt zu wissen, dass noch elf 12er draußen sind, die dir die Runde verderben können. Eine 2 zu halten heißt, nur eine einzige fürchten zu müssen. Das Risiko einer doppelten Karte hängt also nicht von der Zahl der Karten vor dir ab, sondern von ihrem Wert.

Die Risikotabelle, Hand für Hand

Wahrscheinlichkeit, dass die nächste aufgedeckte Karte eine doppelte ist, bei einem frischen Stapel, aus dem nur deine eigenen Karten gezogen wurden (die Karten der anderen Spieler verändern die Zahlen ein wenig, siehe unten):

Karten auf der HandSummeRisiko einer doppelten Karte beim nächsten ZugUrteil
121212 %Weiter
3, 253 %Weiter
12, 112323 %Grenzfall
12, 11, 103333 %Aussteigen
12, 8, 4, 12523 %Grenzfall
5, 4, 3, 21411 %Weiter
12, 11, 10, 94242 %Aussteigen
12, 11, 10, 9, 85051 %Aussteigen
6, 5, 4, 3, 2, 12117 %Auf die 7. gehen
12, 9, 6, 3, 1, 03130 %Auf die 7. gehen
12, 11, 10, 9, 8, 75758 %Aussteigen, auch für den Bonus

Die Rechnung lässt sich am Tisch leicht nachvollziehen: Addiere für jede Karte auf der Hand ihren Wert minus eins (die Zahl der noch im Stapel verbliebenen Zwillinge) und teile durch die Zahl der im Stapel verbliebenen Karten. Mit 12-11-10: (11 + 10 + 9) / 91 ≈ 33 %.

Die 25-Punkte-Regel

Das Risiko allein reicht nicht: Du musst es gegen den Gewinn abwägen. Weiterziehen bringt im Schnitt 6 bis 9 Punkte, wenn es gut geht, und kostet die ganze Summe, wenn es schiefgeht. Mit 33 Punkten vor dir und 33 % Risiko liegt der Erwartungswert des nächsten Zugs bei etwa −8 Punkten: aussteigen. Mit 14 Punkten und 11 % Risiko liegt er bei +5: weiter.

Wir haben 200.000 simulierte Runden mit mehreren Ausstiegsregeln laufen lassen (die Aktionskarten als neutral behandelt). Ergebnis: Aussteigen, sobald man 25 Punkte erreicht, ist die beste einfache Regel, mit etwa 18 Punkten pro Runde im Schnitt. Bei 20 auszusteigen ist genauso gut; auf 35 zu warten drückt den Schnitt auf 15, auf 45 zu warten auf 9. Und die Regel „ich steige bei drei Karten aus“ ist fast so viel wert wie die 25-Punkte-Regel – weil man mit drei Karten meist um die 25 liegt.

Die 7. Karte: Wenn der Bonus die Rechnung umkehrt

Sieben verschiedene Zahlen aufzudecken bringt 15 Bonuspunkte und beendet die Runde für alle. Bei sechs Karten ist der Gewinn eines geglückten Zugs also nicht mehr „der Wert der Karte“, sondern „der Wert plus 15“. Das ändert das Urteil … aber nur für kleine Hände. Mit 6-5-4-3-2-1 (21 Punkte, 17 % Risiko) bringt der Griff nach der 7. einen Erwartungswert von +13 Punkten: ohne Zögern weiter. Mit 12-9-6-3-1-0 (31 Punkte, 30 %) ist es noch leicht positiv. Mit 12-11-10-9-8-7 (57 Punkte, 58 % Risiko) gleicht der Bonus das nicht aus: Behalte deine 57.

Was Aktionskarten und Modifikatoren ändern

  • Second Chance hebt eine doppelte Karte auf: Solange du sie hältst, ist dein tatsächliches Risiko für einen Zug nahezu null. Das ist der Moment, eine Hand zu pushen, mit der du sonst ausgestiegen wärst.
  • Freeze zwingt einen Spieler zum Aussteigen: Gib sie dem mit der höchsten laufenden Summe, oder dir selbst, wenn du 30 Punkte sichern willst, ohne das Schicksal herauszufordern.
  • Flip Three erzwingt drei Züge hintereinander: Auf einen Spieler mit 12-11-10 gespielt ist sie eine Bombe (er fliegt mit mehr als zwei Dritteln Wahrscheinlichkeit raus). Auf einen Spieler mit 3-2 ist sie ein Geschenk.
  • Die Modifikatoren erzeugen nie eine doppelte Karte; dafür zählen sie nicht zu den sieben Zahlen, und bei einer doppelten Karte gehen sie mit verloren. Ein +10 auf der Hand ist ein Grund mehr, früh auszusteigen.

Und schließlich: Schau auf den Tisch. Die von den anderen Spielern aufgedeckten Karten sind aus dem Stapel raus. Liegen schon drei 12er offen, hat deine 12 nur noch acht Zwillinge, und dein Risiko sinkt entsprechend.

Am Ende der Partie ändert sich die Rechnung

Gespielt wird bis 200 Punkte. Solange du mitten im Feld liegst, ist die 25-Punkte-Regel die richtige. Aber wenn ein Gegner bei 185 steht und du bei 120, nützt dir eine vorsichtige Runde nichts: Er wird die 200 überschreiten, und du hast ihn nicht eingeholt. In diesem Fall gehst du bis 40 oder 50 Punkte, sogar bis zur 7. Karte, weil nur eine große Runde den Ausgang noch ändert. Umgekehrt spielt der Spieler in Führung kürzer als sonst. Der Flip-7-Zähler der Seite zeigt die noch fehlenden Punkte bis 200 an, sobald jemand 150 überschreitet: Das ist der Moment, die Regel zu wechseln.

Häufige Fragen

Wie viele Karten hat Flip 7?

94: 79 Zahlenkarten (von 0 bis 12, jeden Wert so oft, wie er wert ist, die 0 nur einmal), 9 Aktionskarten und 6 Modifikatoren.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer doppelten Karte mit drei Karten?

Das hängt von den Karten ab: 33 % mit 12-11-10, aber 6 % mit 3-2-1. Addiere den Wert jeder Karte minus eins und teile durch die verbliebenen Karten.

Soll man immer die 7. Karte versuchen?

Nein. Der 15-Punkte-Bonus macht den Zug mit sechs kleinen Karten lohnend (unter etwa 30 Punkten), nicht mit sechs großen, wo das Risiko über 50 % liegt.

Verdoppelt das ×2 die Modifikatoren?

Nein, nur die Summe der Zahlen; die Modifikatoren kommen danach dazu, dann gegebenenfalls der 15-Punkte-Bonus.

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026, aktualisiert am 17. Oktober 2026.